So wird das Smartphone kindersicher

Der Umgang mit Smartphones und Tablets von Samsung oder Apple wird Kindern heutzutage praktisch in die Wiege gelegt. Vom Kinderwagen aus beobachten sie, wie ihre Eltern Selfies machen oder beim Spazierengehen telefonieren. Das Smartphone ist omnipräsent.

Der bewusste Umgang mit Smartphones will gelernt sein

Kein Wunder also, dass sich Kinder immer früher ein eigenes Smartphone wünschen und dadurch auch immer früher online unterwegs sind. Damit Ihr Kind mit dem eigenen Handy sicher im Netz unterwegs ist, zeigen wir, wie sich die Kindersicherung einrichten lässt – entweder am Eltern-Gerät oder am Kinderhandy.

Quelle: Getty Images
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Bekommt Ihr Kind ein eigenes Kinder-Handy, sollte vorab ganz klar geregelt sein, welche Inhalte konsumiert und welche Apps heruntergeladen werden dürfen. Auch die Begrenzung der Bildschirmzeit ist ratsam, damit der verantwortungsvolle Umgang mit digitalen Medien und dem eigenen Handy erlernt werden kann. Auch wenn Sie Ihren Sprössling für ein eigenes Smartphone noch zu jung halten, sollte über den Umgang mit mobilen Endgeräten dennoch gesprochen werden, schließlich schauen Kinder ihren Eltern und auch Personen in ihrem Umfeld beim täglichen Smartphone-Gebrauch automatisch zu. Initiativen wie „Schau hin!“ oder „Deutschland sicher im Netz“ (DsiN) können als erste Anlaufstelle für Eltern dienen, um die wichtigsten Fragen rund um digitale Medien zu klären.

Kinder- und Jugendschutz bei iOS

Beim iOS-Betriebssystem, das bei iPhones von Apple standardmäßig installiert ist, erfolgt die Einrichtung des Kinder- und Jugendschutzes in nur wenigen Schritten. Über den Menüpunkt „Einstellungen“ lässt sich der Kinderschutz am Elterngerät oder am Kinderhandy bei iOS einrichten. Tippt man nach Einstellungen auf den Unterpunkt „Bildschirmzeit“, kann man entweder „Mein Gerät“ oder „Gerät meines Kindes“ auswählen. Wenn Sie die Einstellungen auf dem Eltern-Smartphone vornehmen, klicken Sie auf „Bildschirmzeit-Code verwenden“ und erstellen einen Code. Diesen Code sollten am besten auch nur Sie kennen, sodass niemand sonst die Einstellungen kurzerhand ändern kann. Daraufhin geben Sie diesen Code zur Bestätigung noch einmal ein.

Wird die Bildschirmzeit auf dem Kinder-Handy eingerichtet, so folgt man den Anweisungen, bis man bei Menüpunkt „Elterncode“ angekommen ist. Nach erstmaliger Eingabe des Codes muss dieser ein zweites Mal zur Bestätigung eingetippt werden.

Tipp

Es ist ratsam, einen anderen Code zu wählen als den Pin, den Sie für die Entsperrung Ihres iPhones nutzen. Es könnte nämlich durchaus passieren, dass Ihr Kind den Code aufschnappt und so die Kinderschutz-Einstellungen ändern kann. Mehr zu den Kinderschutzfunktionen erfahren Sie außerdem im 1&1 Hilfe Center.

Kinder-Sicherung einrichten am Kinder-iPhone

Nutzen sowohl Elternteil als auch Kind ein iOS-Gerät, können beide iPhones miteinander verknüpft werden. Die Kindersicherung wird dann per Eltern-Smartphone vorgenommen. Hierzu in den iCloud-Optionen einfach die Familienfreigabe auswählen. So kann nicht nur ein neues Konto für das Kind angelegt, sondern auch andere Familienmitglieder über deren Accounts hinzugefügt werden.

Folgende Bereiche können bestimmt werden:

  • App-Installation nur mit vorheriger Genehmigung der Eltern
  • Auflistung, wie lange welche App genutzt wurde
  • Festlegung von bestimmten Handy-Zeiten pro Tag
  • Begrenzung der Bildschirmzeit
  • Zeitlimits für einzelne Apps

Zudem lässt sich unter „Beschränkungen“ das Höchstalter für Inhalte im Netz, bei Serien und Videos bestimmen. Auch die Kommunikation mit bestimmten Kontakten lässt sich unterbinden oder einschränken. Es können sogar Kontakte ganz aus dem Adressbuch des Kindes entfernt werden.

Für viele Eltern ist es wichtig zu wissen, wo sich ihr Kind aufhält, wenn es nicht unter ihrer Obhut steht. Ein GPS-Tracking der Kinder ist möglich und nicht strafbar. Per se haben natürlich auch minderjährige Kinder das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, doch in diesem Fall überwiegen das Schutzrecht und die Fürsorgepflicht der Eltern. So kann in den iCloud-Einstellungen am iPhone des Kindes die Standort-Freigabe unter „Wo ist“ eingeschaltet werden. Hier wird auf gegenseitiges Vertrauen zwischen Eltern und Kind gesetzt, da die Kinder diesen Menüpunkt auch selbst abschalten können und es keine heimliche Variante gibt.

Kinder- und Jugendschutz bei Android-Smartphones

Bei Android-Geräten gestaltet sich die Einrichtung des Kinder- und Jugendschutzes nicht ganz so offensichtlich wie bei iOS-Geräten. Dennoch lassen sich auch bei Samsung-, HUAWEI- oder Xiaomi-Geräten Kontrollmechanismen über die Family Link-App einführen. Die von Google entwickelte App muss auf beiden Smartphones installiert sein und ist weitestgehend selbsterklärend. Ähnlich wie bei Apple auch, kontrollieren die Eltern, welche Apps installiert werden dürfen, wie lange das Smartphone benutzt werden darf und vor allem zu welchen Zeiten. Vorteil der Family Link-App: Geräte lassen sich sperren – zum Beispiel wenn die Familie zusammen zu Abend isst oder gemeinsam einen Film schaut. Auch die Handy-Ortung ist möglich.

Externe Apps sind bei Android der Schlüssel zum Erfolg, da es beim Android-Betriebssystem keine standardisierten Kindersicherungen gibt. Kindgerechte Suchmaschinen wie „blinde-kuh.de“ oder „fragfinn.de“ bieten sich hier ebenso an wie Web Watcher oder Qustodio. Anhand dieser Apps lässt sich das Nutzerverhalten nicht nur überwachen, sondern auch fernsteuern. Auch die kostenlose App „Kids Place“ ist ein guter Tipp für unbedarfte Kinder und fürsorgliche Eltern. Die Eltern wählen die Apps aus, die das Kind im sogenannten „Safe Space“ nutzen darf.

Fazit: Kinderschutz-Einstellungen nutzen

Quelle: shutterstock
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Egal welches Smartphone Sie nutzen, ob mit Android- oder iOS-Betriebssystem, Kinderschutz-Einstellungen sind wichtig und sollten auf dem Eltern-Handy installiert werden, wenn das eigene Kind dieses öfter nutzt, um Games zu zocken oder Videos anzuschauen. Besitzt der Nachwuchs bereits ein eigenes Kinder-Handy, sollte der Kinderschutz erst recht installiert werden. Nichtsdestotrotz sollte parallel der bewusste Umgang mit digitalen Medien stetig miteinander besprochen werden. Nur wenn Kinder verstehen, dass im Netz auch Gefahren lauern können, sollte der Umgang mit dem eigenen Smartphone erlaubt sein. Kinderschutz-Apps und Kinderschutz-Vorrichtungen sind dann wichtige technische Ergänzungen.

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