Das Internet der Zukunft – Teil 4: Status Quo zur Glasfaser-Verfügbarkeit in Deutschland

Deutschland steht wie kaum ein anderes Land für hochentwickelte Technik und höchste Innovationskraft. Deshalb verwundert es, dass die Bundesrepublik im europäischen sowie im weltweiten Vergleich bei der Versorgung mit Glasfaser-Internetanschlüssen auf den mittleren bzw. hinteren Plätzen rangiert. Laut FTTH Council werden bis Ende 2021 rund neun Millionen Haushalte in Deutschland Zugang zum Glasfaser-Netz bis in die Wohnungen oder bis ins Gebäude („Fibre to the Home“, kurz FTTH und „Fibre to the Building“, kurz FTTB) haben. Doch nicht alle Menschen mit einem Glasfaser-Anschluss nutzen diesen auch – für Ende 2021 geht der Verband für Telekommunikation und Mehrwertdienste (VATM) von nur 2,5 Millionen aktiven Anschlüssen aus. Im europäischen Vergleich rangiert Deutschland damit im Mittelfeld. Das gilt auch für die insgesamt verfügbaren Glasfaser-Anschlüsse: In den Top 15 landet Deutschland nur auf Platz sieben hinter der Ukraine, der Türkei, Italien, Spanien, Frankreich und Russland.[1] Im weltweiten Vergleich fällt Deutschland noch weiter ab: Spitzenreiter mit dem höchsten Anteil von Glasfaser-Anschlüssen war laut OECD Ende des vierten Quartals 2020 Südkorea mit knapp 85 Prozent. Deutschland landete in diesem Vergleich mit rund 5,4 Prozent nur auf Platz 34 von insgesamt 38 untersuchten Nationen.[2] Bis 2026 soll sich das jedoch aufgrund von Digitalisierungsinitiativen der Bundesregierung und Ausbau-Offensiven der Telekommunikationsanbieter ändern: Das FTTH Council geht davon aus, dass in fünf Jahren rund 33 Millionen Haushalte in Deutschland Zugang zu Glasfaser-Internet bis in die Wohnungen und Gebäude haben werden. Im europäischen Vergleich wäre das der zweitgrößte Anstieg mit 385 Prozent hinter Großbritannien mit 488 Prozent.

[1] https://www.ftthcouncil.eu/knowledge-centre/all-publications-and-assets/246/ftth-forecast-for-europe-market-forecasts-2021-2026

[2] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/415799/umfrage/anteil-von-glasfaseranschluessen-an-allen-breitbandanschluessen-in-oecd-staaten/